jetzt ist es endlich mal an der Zeit, dass ich mich vorstelle. Die meisten kennen mich ja noch gar nicht. Ich bin das „WIRTSHAUS IM SEE“ und bin zwar erst 5 Jahre alt, kann aber schon so einiges bieten. Trotzdem kennt mich fast keiner. Nicht mal die Einheimischen wissen so wirklich über mich Bescheid. Genau deshalb bleibt mir gar nichts anderes übrig als mich mal so richtig bekannt zu machen.
Also... ihr findet mich mitten im Schliersee auf der Insel Wörth, was in gewisser Weise ein wenig paradox ist, denn Wörth leitet sich von Wert ab und das bedeutete im frühen Mittelalter „Insel". Also bin ich wörtlich genommen auf der Insel „Insel". Aber was bedeuten Worte für manche? Ganz ehrlich – gar nichts, oder?
Seit März 2007 geht’s mir super gut! Seitdem habe ich nämlich fleißige Mitbewohner, die mich als „Häuschen“ gut pflegen und verwöhnen. Und sie haben mir sogar versprochen, dass ich mal ganz groß rauskomme.
Die Küche gibt jetzt schon kulinarische Bestleistung. Ihr könnt euch ja mal selber überzeugen davon, wenn ihr mich besucht. Anlässe dafür kann ich euch jetzt schon genug bieten, z.B. Sonntags von 11 bis 14 Uhr das Genießerbrunch. Da ist sogar mit unserem kleinen Spielplatz für stressgeplagte Eltern eine Kinderbetreuung inklusive. Oder für Fischliebhaber, immer Freitags ab 18.30 Uhr: alles, was das Herz begehrt aus „Neptuns Gärten“. Oder was haltet ihr von einem Grillfest mit romantischem Lagerfeuer? Auch „Karibische Nächte“ mit Salsa- und Reggaemusik stehen auf meinem Programm. Von meiner legendären „Party im See“ will ich gar nicht erst reden. Da steppt der Bär! Das kann ich euch sagen.
A propos Bär... also die Sache mit Bruno letztes Jahr... das waren wir nicht!!! Wir mögen Tiere! Der feige, hinterhältige Schuss wurde in Wirklichkeit zwischen Neuhaus und Bayrischzell abgefeuert und nicht, wie bekannt wurde, bei uns in Schliersee! Nein, wir freuen uns auf italienische Touristen!
Habe ich euch schon ein bisschen neugierig gemacht?
Möglichkeiten, zu mir auf Wörth zu kommen, gibt es genügend. Für die großen Feste steht uns ein Schiff der Schliersee Schifffahrt zur Verfügung. Das wiederum kann man auch tagsüber stündlich nutzen und mit einer Seenrundfahrt verbinden. Für solche aber, die unabhängiger sein wollen, gibt es noch die Möglichkeit mit dem Segelboot, dem Elektroboot oder aber auch mit einem Tret- bzw. Ruderboot rüber zu kommen. Diese zu mieten ist ganz leicht: in Fischhausen gibt es den Bootsverleih Stöger. Oder im Ort Schliersee, am Schlierseer Hof, den Bootsverleih Sachs. Selbstverständlich ist da auch noch der Bootsverleih Mayr am Schiffsanlegesteg beim Kurzentrum. Übrigens, ein kleiner Tipp: selber Rudern macht durstig und hungrig. Für die Romantiker und Spätheimkehrer kann ich euch noch unser betriebseigenes Solarboot anbieten. Es ist auch unter dem Namen „Inseltaxi“ bekannt. Ihr werdet immer gerne und sicher damit befördert.
Aber nun zu mir selber, wie schon anfangs erwähnt: ich bin so um die 5 Jahre alt und habe genügend Platz für liebe Gäste. Da wäre mal mein HOCHSITZ: bis zu 50 Personen trennt eine kleine Holztüre von „meiner Hochzeitssuite“. Die ist nur für die wahre Liebe reserviert. Das ist schon wieder so eine Sache, die Liebe. Im Mittelalter wurden die Ungetreuen auf Wörth in einen Hungerturm gesperrt. Sie mussten mit der Schande der Liebe langsam verhungern. Der Waldecker Ritter Georg war es, der den Turm damals bauen ließ. Was war es doch für eine Schmach damals, als „Er“ tapfer in den Krieg zog...... und sein Weib und der treulose Diener.....mein Gott, der Hungerturm...! War das wirklich der gerechte Lohn für aufrichtige Liebe??? Man spricht immer nur von Untreue. Deshalb bin ich stolz auf meine Suite: hier übernachten nur Frischvermählte! Für alle Fälle gibt es ja noch den dazu gehörigen Balkon mit der Nottreppe. Zum Glück wurde der Hungerturm vor langer Zeit durch unseren heutigen Aussichtsturm ersetzt.
Dann wäre da noch mein Gastraum JÄGERLATEIN: für knapp 100 Personen kein Problem! Wenn da am Abend oder an kalten Tagen der Kamin prasselt, der übrigens aus echtem Meissner Porzellan ist, ...Romantik pur! Aber das Beste: von allen Seiten kann man auf den See schauen. Bei Vollmond? Der Wahnsinn!
Dann habe ich noch das JENNERWEINSTÜBERL: so 30-40 Personen finden hier locker einen Platz. Und manchmal, wenn meine Besucher viel Phantasie haben, hören sie die wahre Geschichte vom Wildschütz selber erzählt. Die anderen können es nachlesen: gerahmte Zeitungsberichte aus der Zeit hängen an meinen Wänden. Ansonsten kann ich noch meine Sonnenterasse und den kleinen Biergarten anbieten. Auch da ist Platz für ca. 130-150 Gäste. Ein atemberaubender Blick auf unsere bayrischen Berge ist natürlich selbstverständlich im Kundenservice beinhaltet.
Eine Legende erzählt: vor 200 Jahren konnte man von Wörth die Hexen bei ihren nächtlichen Tänzen auf der Brecherspitze beobachten. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, sie tanzen dort heute noch.
Nun frage ich euch? Habe ich nicht mindestens genau so viel Geschichte und Interessantes zu bieten wie beispielsweise „Wasis Bauernmuseum“ in Schliersee-Neuhaus? Oder der Spitzingsee? Oder gar das 1970 still gelegte Bergwerk in Hausham?
Kommt und bildet euch selber eine Meinung.
Ich und meine Bewohner freuen uns auf jeden einzelnen Besucher.
Bis bald,
euer „Wirtshaus im See“
Geschrieben von: Josefine Steininger